Gefährdungsbeurteilung von Arbeitsplätzen nach

Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG)

 

§ 5 Beurteilung der Arbeitsbedingungen

 

Der Arbeitgeber hat durch eine Beurteilung der für die Beschäftigten mit ihrer Arbeit

verbundenen Gefährdung zu ermitteln, welche Maßnahmen des Arbeitsschutzes erforderlich

sind.

 

Der Arbeitgeber hat die Beurteilung je nach Art der Tätigkeiten vorzunehmen. Bei gleichartigen

Arbeitsbedingungen ist die Beurteilung eines Arbeitsplatzes oder einer Tätigkeit ausreichend.

Eine Gefährdung kann sich insbesondere ergeben durch die Gestaltung und die Einrichtung der

Arbeitsstätte und des Arbeitsplatzes, physikalische, chemische und biologische Einwirkungen,

die Gestaltung, die Auswahl und den Einsatz von Arbeitsmitteln, insbesondere von

Arbeitsstoffen, Maschinen, Geräten und Anlagen sowie den Umgang damit. Auch die

Gestaltung von Arbeits- und Fertigungsverfahren Arbeitsabläufen und Arbeitszeit und deren

Zusammenwirken, unzureichende Qualifikation und Unterweisung der Beschäftigten sowie

psychische Belastungen bei der Arbeit kann zu einer Gefährdung führen.

 

§ 6 Dokumentation

 

Der Arbeitgeber muss über die je nach Art der Tätigkeiten und der Zahl der Beschäftigten

erforderlichen Unterlagen verfügen, aus denen das Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung, die

von ihm festgelegten Maßnahmen des Arbeitsschutzes und das Ergebnis ihrer Überprüfung

ersichtlich sind.


Gefährdungsbeurteilung von Arbeitsmitteln nach

Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV)

 

Der Arbeitgeber hat vor der Verwendung von Arbeitsmitteln die auftretenden Gefährdungen zu

beurteilen (Gefährdungsbeurteilung) und daraus notwendige und geeignete Schutzmaßnahmen

abzuleiten. Das Vorhandensein einer CE-Kennzeichnung am Arbeitsmittel entbindet nicht von

der Pflicht zur Durchführung einer Gefährdungsbeurteilung. Für Aufzugsanlagen gilt Satz 1 nur,

wenn sie von einem Arbeitgeber im Sinne des § 2 Absatz 3 Satz 1 verwendet werden.

 

In die Beurteilung sind alle Gefährdungen einzubeziehen, die bei der Verwendung von

Arbeitsmitteln ausgehen, und zwar von

 

1.      den Arbeitsmitteln selbst,

2.      der Arbeitsumgebung und

3.      den Arbeitsgegenständen, an denen Tätigkeiten mit Arbeitsmitteln durchgeführt werden.

 

Bei der Gefährdungsbeurteilung ist insbesondere Folgendes zu berücksichtigen:

 

1.      die Gebrauchstauglichkeit von Arbeitsmitteln einschließlich der ergonomischen, altersund

         altersgerechten Gestaltung,

2.      die sicherheitsrelevanten, einschließlich der ergonomischen, Zusammenhänge zwischen

         Arbeitsplatz, Arbeitsmittel, Arbeitsverfahren, Arbeitsorganisation, Arbeitsablauf,

         Arbeitszeit und Arbeitsaufgabe,

3.      die physischen und psychischen Belastungen der Beschäftigten, die bei der

         Verwendung von Arbeitsmitteln auftreten,

4.      vorhersehbare Betriebsstörungen und die Gefährdung bei Maßnahmen zu deren

         Beseitigung.


Gefährdungsbeurteilung von Gefahrstoffen nach

Gefahrstoffverordnung (GefStoffV)

 

Im Rahmen einer Gefährdungsbeurteilung als Bestandteil der Beurteilung der

Arbeitsbedingungen nach § 5 des Arbeitsschutzgesetzes hat der Arbeitgeber festzustellen, ob

die Beschäftigten Tätigkeiten mit Gefahrstoffen ausüben oder ob bei Tätigkeiten Gefahrstoffe

entstehen oder freigesetzt werden können. Ist dies der Fall, so hat er alle hiervon ausgehenden

Gefährdungen der Gesundheit und Sicherheit der Beschäftigten unter folgenden

Gesichtspunkten zu beurteilen:

 

1.      gefährliche Eigenschaften der Stoffe oder Zubereitungen, einschließlich ihrer

         physikalisch-chemischen Wirkungen,

2.      Informationen des Herstellers oder Inverkehrbringers zum Gesundheitsschutz und zur

         Sicherheit insbesondere im Sicherheitsdatenblatt,

3.      Art und Ausmaß der Exposition unter Berücksichtigung aller Expositionswege; dabei

         sind die Ergebnisse der Messungen und Ermittlungen nach § 7 Absatz 8 zu

         berücksichtigen,

4.      Möglichkeiten einer Substitution,

5.      Arbeitsbedingungen und Verfahren, einschließlich der Arbeitsmittel und der

         Gefahrstoffmenge,

6.      Arbeitsplatzgrenzwerte und biologische Grenzwerte,

7.      Wirksamkeit der ergriffenen oder zu ergreifenden Schutzmaßnahmen,

8.      Erkenntnisse aus arbeitsmedizinischen


Gefährdungsbeurteilung von Arbeitsstätten nach

Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV)

 

Bei der Beurteilung der Arbeitsbedingungen nach § 5 des Arbeitsschutzgesetzes hat der

Arbeitgeber zunächst festzustellen, ob die Beschäftigten Gefährdungen beim Einrichten und

Betreiben von Arbeitsstätten ausgesetzt sind oder ausgesetzt sein können. Ist dies der Fall, hat

er alle möglichen Gefährdungen der Gesundheit und Sicherheit der Beschäftigten zu beurteilen.

Entsprechend dem Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung hat der Arbeitgeber

Schutzmaßnahmen gemäß den Vorschriften dieser Verordnung einschließlich ihres Anhangs

nach dem Stand der Technik, Arbeitsmedizin und Hygiene festzulegen. Sonstige gesicherte

arbeitswissenschaftliche Erkenntnisse sind zu berücksichtigen.

 

Der Arbeitgeber hat sicherzustellen, dass die Gefährdungsbeurteilung fachkundig durchgeführt

wird. Verfügt der Arbeitgeber nicht selbst über die entsprechenden Kenntnisse, hat er sich

fachkundig beraten zu lassen.

 

Der Arbeitgeber hat die Gefährdungsbeurteilung unabhängig von der Zahl der Beschäftigten vor

Aufnahme der Tätigkeiten zu dokumentieren. In der Dokumentation ist anzugeben, welche

Gefährdungen am Arbeitsplatz auftreten können und welche Maßnahmen nach Absatz 1 Satz 3

durchgeführt werden müssen.

 

Arbeitsstätten sind:

Orte in Gebäuden oder im Freien, die sich auf dem Gelände eines Betriebes oder einer

Baustelle befinden und die zur Nutzung als Arbeitsplätze vorgesehen sind.

 

Zur Arbeitsstätte gehören auch:

 

1.      Verkehrswege, Fluchtwege, Notausgänge,

2.      Lager-, Maschinen- und Nebenräume,

3.      Sanitärräume (Umkleide-, Wasch- und Toilettenräume),

4.      Pausen- und Bereitschaftsräume,

5.      Erste-Hilfe-Räume,

6.      Unterkünfte.